Spezialisierung

Je häufiger ein Eingriff erfolgt, desto besser sind die Behandlungsergebnisse für den Patienten – dieser  positive Zusammenhang zwischen Fallzahl und Ergebnisqualität wurde in einer Vielzahl von Untersuchungen gezeigt4.

Dies trifft insbesondere für chirurgische Leistungen zu, zum Teil aber auch für andere Bereiche, wie etwa die Intensivpflege5. Kürzere Behandlungsdauern und verkürzte Operationszeiten sowie geringere Komplikationsraten sind Ergebnisse hieraus.

Auch für Lungenresektionen bei Lungenkrebs wurde der korrelative Zusammenhang beschrieben, wobei die Fallzahl, bei der dieser Zusammenhang entsteht, auf 150 pro Jahr geschätzt wird. (Al-Sahaf u. Lim 2015).6 Basis dieser Aussage stellen unter anderem Studien dar, aus denen hervorgeht, dass die Patienten in Krankenhäusern mit einer hohen Anzahl – also über 200 Fälle – an durchgeführten Lungenresektionen

  • deutlich geringere postoperative Komplikationen,
  • eine geringere 30-Tage-Sterberate sowie
  • eine höhere 5-Jahres-Überlebensrate

vorweisen als die Patienten, die in Kliniken mit geringen Fallzahlen operiert wurden.7

Die hohen Anforderungen des GKV-Spitzenverbands – welcher die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen auf europäischer sowie internationaler Ebene ist – im Rahmen seiner Positionierung in den Verhandlungen zur Zentrumsvereinbarung auf Bundesebene sowie die strengen Voraussetzungen der Fachgesellschaften im Rahmen der Zertifizierungsverfahren zur Ausweisung als Zentrum (hier bspw. Lungenkrebszentrum, Thoraxzentrum, Weaning-Zentrum) sind die relevanten Richtgrößen, die das Ostdeutsche Lungenzentrum als Eigenanspruch an sich selbst richtet.

 

Innere Medizin/Pneumologie

Das Ostdeutsche Lungenzentrum behandelt im Leistungsbereich Innere Medizin/Pneumologie jährlich im Durchschnitt ca. 7.600 Fälle stationär. Im Jahr 2016 lag die Fallzahl bei ca. 7.400. Der GKV-Spitzenverband hat in seinem Entwurf einer Zentrumsvereinbarung vom 05.09.2016 eine Mindestfallzahl von 1.924 Fällen gefordert. Somit weist das Ostdeutsche Lungenzentrum eine weitaus höhere Fallzahl vor, als durch den GKV Spitzenverband gefordert wird.

 

Thoraxchirurgie

Im Jahr 2016 hat das Ostdeutsche Lungenzentrum insgesamt ca. 1.200 Fälle thoraxchirurgisch versorgt. Der GKV-Spitzenverband hat in seinem Entwurf einer Zentrumsvereinbarung vom 05.09.2016 eine jährliche Mindestfallzahl von 580 Fällen gefordert.

In der Betrachtung der Jahre 2011 bis 2016 wurden jährlich durchschnittlich ca. 1.100 Fälle thoraxchirurgisch behandelt.

Somit liegt das Ostdeutsche Lungenzentrum mit durchschnittlich ca. 520 Fällen im Jahr über der vom GKV-Spitzenverband geforderten jährlichen Mindestfallzahl.

 

Intensivmedizin

Im Jahr 2016 weist das Ostdeutsche Lungenzentrum insgesamt über 900 intensivmedizinische stationäre Behandlungen vor. Jährlich werden hier im Durchschnitt ca. 850 Fälle behandelt.

Die vom GKV-Spitzenverband geforderte Mindestfallzahl in Höhe von 208 Fälle wird demnach auch in dieser Fachabteilung um durchschnittlich ca. 650 Fälle im Jahr deutlich überschritten.

 

Lungenerkrankungen gesamt 

Betrachtet man im Ergebnis das gesamte Spektrum der Behandlung von Patienten mit Lungenerkrankungen und damit die Summe der Fallzahlen, die der GKV-Spitzenverband in seinem Entwurf einer Zentrumsvereinbarung vom 05.09.2016 gefordert hat (n = 2.712) im Vergleich zu den durchschnittlichen Fallzahlen des Ostdeutschen Lungenzentrums (n = 9.501), dann ergibt sich eine Überschreitung dieser Forderung in Höhe von ca. 6.789 vollstationären Fällen.

Durch die Spezialisierung kann das Ostdeutsche Lungenzentrum ein ganzheitliches evidenzbasiertes und qualitativ hochwertiges Behandlungskonzept anbieten, welches ergänzende Maßnamen im Vergleich zur Regelversorgung anbieten kann. Zudem hält das ODLZ je Leistungsbereich sowie insgesamt eine Expertise vor, die dementsprechend noch deutlich über die sogar besonders restriktiven Forderungen des GKV-Spitzenverbandes hinausgeht. Das konzentrierte Behandlungsfeld sorgt dementsprechend für eine Qualitätserweiterung durch die spezialisierte und gebündelte Kompetenz – sodass auch sehr selten vorkommende Krankheitsbilder – wie Lungenfibrose oder Tuberkulose –  sowie komplexe und schwerwiegende Lungenerkrankungen zum allgemeinen Leistungsspektrum zählen.

 

[4] Amato et al. 2013; Holscher et al. 2004; Luft, Hunt und Maerki 1987; Weiss et al. 2009
[5] Nguyen, Wallace und Yordanov 2015

[6] Qualitätsmonitor 2017 „Stationäre Versorgungsstruktur ausgewählter Krankheitsbilder in Deutschland“, 2017
[7] Journal of Thoracic Disease, „The association between surgical volume, survival and quality of care“, May Al-Sahaf, Eric Lim 2015;7(S2):S152-S155